Angst, Trauer, Wut! Homöopathische Behandlung von Gemütsbeschwerden

A woman in streetcar alone and depressed
Jeder Mensch lebt gemäss seiner Konstitution, die sich anhand von mitgebrachten und durchlebten Ereignissen entwickelt hat. Man lernt Coping- und Kompensationsstrategien anzuwenden, um mit dem Leben und der Konstitution fertig zu werden. Vieles davon geschieht unbewusst. Manchmal weiss man aber auch, dass man falsche Strategien anwendet und ständig wiederholt, bekundet aber Mühe damit, etwas daran zu ändern.

Ob man nun depressive Episoden, Antriebslosigkeit, Schlafstörungen, Selbstwertdefizit, Angststörungen, Suchterkrankungen, Agressionen, Nervosität, Überdruss, Euphorie oder Stimmungsschwankungen hat – gemäss dem homöopathischen Gesundheits- und Krankheitsverständnis sind dies konstitutionelle Gemütsbeschwerden und lassen sich (homöopathisch) nur mit einer Konstitutionsbehandlung angehen.

Deshalb gibt es auch keine Globuli gegen Depressionen oder Panikattacken – nicht jeder Mensch braucht Johanniskraut oder Baldrian. Pflanzliche Arzneimittel können Symptome lindern, aber keine Konstitution beeinflussen.

Anderen medizinische Strategien können genauso effektiv sein: Psychologie und Psychotherapie, Gruppentherapie, Meditation, TCM und vieles mehr. Bewegung und soziale Kontakte können Gemütssymptome lindern. Liebe und Vertrauen in sich und andere Menschen wären ideal.

In ganz schlimmen Zuständen kann man auch an Psychopharmaka denken, ansonsten würden Homöopathen diese eher nicht empfehlen, da sie die „Hirnchemie“ verändern. Benzodiazepine und ähnliche Medikamente bei Angst führen oft in die Sucht, genauso wie Selbstmedikation mit Drogen.

Homöopathischer Ansatz: Stabilisierung der Lebensumstände/Gewohnheiten und Konstitutionsbehandlung bei einem Homöopathen, der mit Ihnen minutiös Ihre Beschwerden mitsamt Modalitäten anschaut und Ihnen ein passendes, nachhaltiges Arzneimittel verschreibt. Eine häufige „Nebenwirkung“ bei der Konstitutionsbehandlung von Körpersymptomen ist es, dass dem Patienten seine Konstitution, seine Strategien bewusst werden und dass damit eine neue Chance besteht, diese anzugehen und zu ändern.

Ich füge bewusst keine Liste mit gängigen homöopathischen Arzneimitteln bei spezifischen Gemütsbeschwerden hinzu. Es muss bedacht werden, dass homöopathische Arzneimittel zwar kaum Nebenwirkungen haben, aber Erstverschlimmerungen auslösen können, die vor allem bei Gemütssymptomen nicht erwünscht sind und vermieden bzw. aufgefangen werden müssen. Selbstmedikation mit homöopathischen Arzneimitteln ist demnach nicht zu empfehlen.

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