Homöopathie in Zeiten der Corona-Pandemie

Wir Homöopathen und Naturheilpraktiker ab 27.4. unter Einhaltung der notwendigen Hygieneauflagen wieder berechtigt, im direkten Patientenkontakt zu praktizieren.

Bereits begonnene homöopathische Behandlungen, Erstanamnesen und allgemeine Beratungen können in der Praxis stattfinden. Grippeähnliche Erkrankungen mit Fieber und Husten können am Telefon geschildert werden. Notfälle mit Atemnot gehören auf die Notfallstation des Spitals.

Homöopathie und Corona/Covid-19

Der Homöopathieverband Schweiz HVS bittet uns Homöopathen, keine allgemeine Arzneimittelempfehlungen abzugeben. Das ist sinnvoll, denn es gibt zu wenig verlässliche Daten. Es gibt Arzneimittelempfehlungen aus China oder Indien, doch wegen geringer Fallzahlen und vor allem wegen des kurzen Zeitstrahls sind diese mit Vorsicht zu geniessen.

In Indien ist zu befürchten, dass bald valide Fallzahlen vorliegen könnten. Das liegt vor allem daran, dass in Indien weit verbreitet homöopathisch behandelt wird, auch an Kliniken und Krankenhäusern, und die Pandemie dort erst am Anklingen ist.

In Europa ist zu Zeiten dieser Pandemie jede komplementärmedizinische Empfehlung sofort unter öffentlichem Beschuss, da befürchtet wird, dass sich komplementärmedizinische behandelte Patienten nicht auch schulmedizinisch behandeln lassen wollen oder diese Behandlung zu lange verzögern. Dies ist meiner Erfahrung nach nicht nur eine Falschannahme, sondern widerspricht auch wortwörtlich der Definition von komplementär (= das andere ergänzend). Das Wohlergehen des Patienten steht für mich als Therapeuten im Vordergrund und ich habe kein Problem damit, einen Patienten an die Schulmediziner zu verweisen.

Was kann ich als Homöopath also tun?

Ich bin nicht nur Homöopath, ich bin auch Gesundheitsfachmann. Ich kann Ihnen nicht nur allgemeine Empfehlungen kommunizieren, sondern Sie auch beraten, wenn Sie unsicher sind, ob Sie sich in schulmedizinische Behandlung begeben sollen. Das entlastet die Notfallstationen und Arztpraxen.

Auch in Zeiten einer Corona-Pandemie können Menschen anderweitig krank werden oder an vorbestehenden Beschwerden leiden. Diese können oft genug homöopathisch behandelt werden. Auch das entlastet die Notfallstationen und Arztpraxen.

Homöopathen haben viel Erfahrung in der Behandlung von grippeähnlichen Infektionen. Diese behandle ich nicht mit je einem bestimmten Arzneimittel pro Grippestamm, sondern anhand der individuellen Symptomatik. Man kann diese infektionsbedingten Symptome wie Husten, Halsschmerzen oder Abgeschlagenheit komplementär homöopathisch behandeln. Im Idealfall könnte man den Verlauf der Infektion verbessern oder verkürzen.

Die Zeit einer Pandemie ist für jeden eine Zeit der Ängste und Befürchtungen um seine Lieben und um sich selbst. Wenn aber vorbestehend schon eine ängstliche Konstitution vorhanden ist, kann diese komplementär homöopathisch angegangen werden.

Für manche Menschen mit vorbestehender entsprechender Konstitution kann diese Zeit der sozialen Isolation sehr schwierig sein. Man kann versuchen, Verlassenheitsgefühle komplementär homöopathisch anzugehen und im Gespräch eine Hilfe zu sein.

Hausbesuche sind, wenn nötig, möglich.